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Zu »anderen Ufern« führte diese Ausstellung im Kreuzberg
Museum. Sie bot neue Einblicke in 120 Jahre lesbisch-schwules Leben
im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Sie berichtete von
Urningen und Urninden, Freunden und Freundinnen, schrillen Tunten
und kessen Vätern, Schwulen und Lesben. Sie erzählte von
ihren Festen in den großen Ballsälen der Kaiserzeit,
von Abgründen in den Kokainkellern der 20er Jahre, von Bühnenstars
und -sternchen, von den Anfängen der Emanzipationsbewegung
und der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus, vom lesbisch-schwulen
Leben in der Nachkriegszeit und lesbischen Hausbesetzerinnen in
den 80ern.
Die Ausstellung bot einen Rundgang durch die schwul-lesbische Kneipenszene
seit der Jahrhundertwende, berichtete über die frühen
Selbsthilfeorganisationen und den Kampf für sexuelle Selbstbestimmung
und um gesellschaftliche Anerkennung. Bisher verborgene Diaserien,
Videos und Fotos aus den 60er und 70er Jahren wurden in der Ausstellung
erstmalig gezeigt. Es gab ein Wiedersehen mit Ellis Bar, dem Hoppla
Sir und Mister X. Bis in die Gegenwart reicht die Geschichte der
Schokofabrik, des Frieda-Frauenzentrums und des SchwuZ.
Zur Ausstellung ist ein reich illustriertes Buch im Bruno Gmünder
Verlag erschienen. In zweijähriger Arbeit gelang es Autor Jens
Dobler die facettenreiche und kreative Geschichte der Homosexuellen
in Kreuzberg und Friedrichshain ans Licht zu befördern. Dafür
bedurfte es eines geschulten Blickes und der Fähigkeit zwischen
den Zeilen zu lesen, denn die bis zur Aufhebung des § 175 weitgehend
geschlossene Gesellschaft war gezwungen, sich nicht in die Karten
blicken zu lassen und auf phantasievolle Art zu tarnen. Ergänzt
wird das Buch durch Beiträge von Andreas Pretzel, Peter Thilo,
Peter O. Chotjewitz, Lilo Rößler und Krstine Preuß,
Manuela Kay, Michael Sollorz und Annette Berr.
Ein Projekt des Vereins zur Erforschung und Darstellung der Geschichte
Kreuzbergs e.V. im Kreuzberg Museum.
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